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SCHNAPS & DESIGN

Mario Lorek sein Blog über Spirituosen, Design, Marketing und die Barwelt

Monat

August 2016

Let´s talk about #Leergut mit Stephan Lee

Lets talk about Leergut Stephan LeeDiese Woche traf ich mich mit Stephan Lee am Brüsseler Platz in Köln, dem „Flaschenpfand El Dorado“ der Domstadt. Hier wird Leergut gesammelt was das Zeug hält, also genau der richtige Platz für ein Gespräch über das organisierte Chaos in den Lagern der Restaurants und Bars dieses Landes.

Zunächst zu Stephan:

Stephan Lee kommt aus dem Pott, genauer gesagt aus Essen, ist 40 Jahre jung und nicht mit Bruce Lee verwandt. Er beschäftigt sich seit 20 Jahren mit der Gastronomie und somit seit zwei Jahrzehnten auch mit dem leidigen Thema „Leergut“. Zur Zeit wartet er auf die Fertigstellung des Restaurants, welches er leiten soll. Ein eigenes Leergutlager steht deshalb nicht zur Verfügung. Aus diesem Grund betreut er zur Zeit eine handvoll Gastronomien in Essen und Umgebung und kann sich dort fast täglich über unsortierte Kisten und „unfähige“ Mitarbeiter aufregen. Sein Lieblingsspruch ist: „Augen auf bei der Berufswahl!“. Was er haßt: Regenschirme!

 

Zum Thema Leergut fallen folgende Floskeln:

 

„Immer wieder die Gleiche scheiße!“

„Keiner kümmert sich!“

„Und wenn der Lieferant kommt ist Holland in Not!“

 

In Holland gibt es glücklicherweise keinen Dosenpfand, was die nächste Vermutung aufkommen lässt:

 

„Wer hat sich überhaupt die Scheiße mit den Rückholkartons (z.B. Red Bull) ausgedacht? Den Faltmechanismus hat sich doch bestimmt einer mit nem abgeschlossenen Ingenieurstudium überlegt!“

 

Ein weiterer Punkt unseres Gesprächs sind die „30-EURO-Baumarkt-Sackkarren“. Eigentlich wurden diese Geräte erfunden um einem das Leben zu erleichtern und schnell mal ein paar Kisten von A nach B zu bringen. Bei diesen günstigen Varianten kann man jedoch froh sein, wenn sie beim Transport vom Baumarkt zum Restaurant nicht schon auseinander fallen: „Du kaufst ne Sackkarre und wenn du die dann benutzen willst, musst du die erstmal suchen… und dann hat die nen Platten!“

Hier gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder du kaufst einmal die Profi-Variante für 350 €, welche dir zehn Jahre treu zur Seite stehen kann, oder du kaufst einfach jedes halbe Jahr eine neue „Schrottkarre“! Hierbei möchte ich nur einmal die Fahrtkosten zum Baumarkt, die damit verbunden Zeit, die Effizienz am Arbeitsplatz und die höhere Umweltbelastung durch Schrott anmerken.

Aber auch mit einer Sackkarre (egal wie teuer die war) ist man nicht davor geschützt, dass ein „halbgescheiter Mitarbeiter“ nicht einen kompletten Stapel mit Leergutkisten umkippen lässt. Manchmal erhöht sich durch den Einsatz einer Sackkarre sogar die Gefahr!“

 

Einen interessanten Hinweis, weshalb unsere „Leergut-Situation“ so schwer in den Griff zu bekommen ist, liefert uns Mc Donalds. Die Burgerkette hat in Ihren Restaurants Stationen integriert, wo der Gast sein Tablett nach dem Essen zurückbringen kann und soll. Die Tabletts mit Essensresten und Verpackungsmaterial werden in diese „Rückgabewagen“ geschoben. Für die Getränkebecher sind darauf Löcher eingefräst. Der Gast, so ist es vorgesehen, soll dort also trennen. „Das macht kein Schwein! Und der Mc Donalds Mitarbeiter fragt sich ständig, warum die Menschen eigentlich so blöd sind und es nicht schaffen die verdammten Becher in die dafür vorgesehenen Löcher zu stecken! Ne, einfach umgekippt, auf dem Tablett in den Wagen schieben, damit der halbvolle Erdbeershake in die komplette Station läuft!“

 

Zum Schluss zeigt mir Stephan noch ein Foto (siehe unten), welches einen Teil seines Leergut-Einstellungstest für angehende Barmitarbeiter darstellt! . „Ansich sollte man mit jedem Bar-Anwärter folgenden, vorbereitenden Leerguttest machen. Ich schwör da fallen welche durch“

 

Eine Lösung haben wir bei Kölsch und „Brausetabletten-Fruchtsaft“ leider mal wieder nicht gefunden, aber es war erneut ein nettes Gespräch mit guten Ansätzen!

Puzzle
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Let´s talk about #Leergut mit Christian Hevesi

Lets talk about Leergut Christian

Der erste Gesprächspartner für das weltbewegende Thema „Leergut“ ist Christian Hevesi, vom Cafe Einstein, in Lippstadt. „Cafe“ ist eigentlich falsch formuliert, denn in einem Cafe wird bekanntlich Latte Macchiato und Cappuccino geschlürft, Kuchen gegessen und Zeitung gelesen. Das Einstein ist eher als letzte Anlaufstelle für das lippstädter, trinkfreudige Partyvolk bekannt! Wenn die „Kaffeebuden“ schließen wird hier der Abend vorbereitet und wenn die „Kaffeebuden“ öffnen, werden hier die letzten „Leichen“ beseitigt und was noch viel wichtiger ist: Es wird Leergut sortiert!

Ich kenne das Cafe Einstein sehr gut, denn ich hab es fünf Jahre lang selbst betrieben und mit Freude an meinen Nachfolger Christian weitergegeben. Die Leergutsituation war damals schon immer nervenaufreibend und ich wollte wissen, ob sich da etwas geändert hat. Wir haben uns in seinem Lager getroffen und ein bisschen über Flaschen, Kisten und die Schwierigkeiten beim organisierten Sortieren gesprochen. Hier der Talk:

DML: Christian, beschreib mir doch mal bitte in zwei, drei Worten deine Leergutsituation im Cafe Einstein.

CH: Zum Kotzen!

DML: Sehr schön! Was regt Dich daran so auf?

CH: Meiner Meinung nach ist Leergut sortieren eine simple Angelegenheit. Es gibt Flaschen, dafür gibt es passende Kisten und fertig. Man braucht also noch nicht einmal Intelligenz um das hinzukriegen! Wenn ich nach dem Wochenende das Leergut für den Lieferanten zusammenstelle sortiere ich allerdings immer neu!

DML: Sind Deine Mitarbeiter denn ausreichend geschult?

CH: Willst Du mich verarschen?

DML: Ja! Aber was schlägst Du vor? Wie bekommt man die Situation in den Griff?

CH: Resignation ist gut für die Nerven! Ansonsten hab ich schon alles probiert, aber es ist anscheinend fast allen Mitarbeitern scheißegal. Vielleicht sollte man den ignoranten Barmann einfach mal eine Nacht in dem Lager einschließen, um ihm die Ernsthaftigkeit der Situation bewußt zu machen!

DML: Das ist ein guter Ansatz. Ich werde das für meine weiteren Studien berücksichtigen. Danke Dir erstmal für die Infos!

CH: Gerne!

 

Der Anfang ist gemacht. Der erste Leidensgenosse konnte mir zwar auch keine akkurate Lösung preisgeben, aber wenigsten weiß man nach so einem Gespräch, dass man nicht alleine ist. Ich treffe in den nächsten Wochen noch auf weitere „Leergutopfer“ und werde mich auch in anderen Branchen umschauen. Ich bin gespannt, ob es dort ähnliche Probleme gibt oder Lösungswege, die man für die Gastronomen adaptieren kann.

Des weiteren freue ich mich über gute Geschichten aus der Welt des Leerguts. Schreibt mir, ich komme gerne auf eine unsortierte Kiste zum Talk vorbei.

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