Lets talk about Leergut Christian

Der erste Gesprächspartner für das weltbewegende Thema „Leergut“ ist Christian Hevesi, vom Cafe Einstein, in Lippstadt. „Cafe“ ist eigentlich falsch formuliert, denn in einem Cafe wird bekanntlich Latte Macchiato und Cappuccino geschlürft, Kuchen gegessen und Zeitung gelesen. Das Einstein ist eher als letzte Anlaufstelle für das lippstädter, trinkfreudige Partyvolk bekannt! Wenn die „Kaffeebuden“ schließen wird hier der Abend vorbereitet und wenn die „Kaffeebuden“ öffnen, werden hier die letzten „Leichen“ beseitigt und was noch viel wichtiger ist: Es wird Leergut sortiert!

Ich kenne das Cafe Einstein sehr gut, denn ich hab es fünf Jahre lang selbst betrieben und mit Freude an meinen Nachfolger Christian weitergegeben. Die Leergutsituation war damals schon immer nervenaufreibend und ich wollte wissen, ob sich da etwas geändert hat. Wir haben uns in seinem Lager getroffen und ein bisschen über Flaschen, Kisten und die Schwierigkeiten beim organisierten Sortieren gesprochen. Hier der Talk:

DML: Christian, beschreib mir doch mal bitte in zwei, drei Worten deine Leergutsituation im Cafe Einstein.

CH: Zum Kotzen!

DML: Sehr schön! Was regt Dich daran so auf?

CH: Meiner Meinung nach ist Leergut sortieren eine simple Angelegenheit. Es gibt Flaschen, dafür gibt es passende Kisten und fertig. Man braucht also noch nicht einmal Intelligenz um das hinzukriegen! Wenn ich nach dem Wochenende das Leergut für den Lieferanten zusammenstelle sortiere ich allerdings immer neu!

DML: Sind Deine Mitarbeiter denn ausreichend geschult?

CH: Willst Du mich verarschen?

DML: Ja! Aber was schlägst Du vor? Wie bekommt man die Situation in den Griff?

CH: Resignation ist gut für die Nerven! Ansonsten hab ich schon alles probiert, aber es ist anscheinend fast allen Mitarbeitern scheißegal. Vielleicht sollte man den ignoranten Barmann einfach mal eine Nacht in dem Lager einschließen, um ihm die Ernsthaftigkeit der Situation bewußt zu machen!

DML: Das ist ein guter Ansatz. Ich werde das für meine weiteren Studien berücksichtigen. Danke Dir erstmal für die Infos!

CH: Gerne!

 

Der Anfang ist gemacht. Der erste Leidensgenosse konnte mir zwar auch keine akkurate Lösung preisgeben, aber wenigsten weiß man nach so einem Gespräch, dass man nicht alleine ist. Ich treffe in den nächsten Wochen noch auf weitere „Leergutopfer“ und werde mich auch in anderen Branchen umschauen. Ich bin gespannt, ob es dort ähnliche Probleme gibt oder Lösungswege, die man für die Gastronomen adaptieren kann.

Des weiteren freue ich mich über gute Geschichten aus der Welt des Leerguts. Schreibt mir, ich komme gerne auf eine unsortierte Kiste zum Talk vorbei.

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