Lets talk about Leergut Stephan LeeDiese Woche traf ich mich mit Stephan Lee am Brüsseler Platz in Köln, dem „Flaschenpfand El Dorado“ der Domstadt. Hier wird Leergut gesammelt was das Zeug hält, also genau der richtige Platz für ein Gespräch über das organisierte Chaos in den Lagern der Restaurants und Bars dieses Landes.

Zunächst zu Stephan:

Stephan Lee kommt aus dem Pott, genauer gesagt aus Essen, ist 40 Jahre jung und nicht mit Bruce Lee verwandt. Er beschäftigt sich seit 20 Jahren mit der Gastronomie und somit seit zwei Jahrzehnten auch mit dem leidigen Thema „Leergut“. Zur Zeit wartet er auf die Fertigstellung des Restaurants, welches er leiten soll. Ein eigenes Leergutlager steht deshalb nicht zur Verfügung. Aus diesem Grund betreut er zur Zeit eine handvoll Gastronomien in Essen und Umgebung und kann sich dort fast täglich über unsortierte Kisten und „unfähige“ Mitarbeiter aufregen. Sein Lieblingsspruch ist: „Augen auf bei der Berufswahl!“. Was er haßt: Regenschirme!

 

Zum Thema Leergut fallen folgende Floskeln:

 

„Immer wieder die Gleiche scheiße!“

„Keiner kümmert sich!“

„Und wenn der Lieferant kommt ist Holland in Not!“

 

In Holland gibt es glücklicherweise keinen Dosenpfand, was die nächste Vermutung aufkommen lässt:

 

„Wer hat sich überhaupt die Scheiße mit den Rückholkartons (z.B. Red Bull) ausgedacht? Den Faltmechanismus hat sich doch bestimmt einer mit nem abgeschlossenen Ingenieurstudium überlegt!“

 

Ein weiterer Punkt unseres Gesprächs sind die „30-EURO-Baumarkt-Sackkarren“. Eigentlich wurden diese Geräte erfunden um einem das Leben zu erleichtern und schnell mal ein paar Kisten von A nach B zu bringen. Bei diesen günstigen Varianten kann man jedoch froh sein, wenn sie beim Transport vom Baumarkt zum Restaurant nicht schon auseinander fallen: „Du kaufst ne Sackkarre und wenn du die dann benutzen willst, musst du die erstmal suchen… und dann hat die nen Platten!“

Hier gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder du kaufst einmal die Profi-Variante für 350 €, welche dir zehn Jahre treu zur Seite stehen kann, oder du kaufst einfach jedes halbe Jahr eine neue „Schrottkarre“! Hierbei möchte ich nur einmal die Fahrtkosten zum Baumarkt, die damit verbunden Zeit, die Effizienz am Arbeitsplatz und die höhere Umweltbelastung durch Schrott anmerken.

Aber auch mit einer Sackkarre (egal wie teuer die war) ist man nicht davor geschützt, dass ein „halbgescheiter Mitarbeiter“ nicht einen kompletten Stapel mit Leergutkisten umkippen lässt. Manchmal erhöht sich durch den Einsatz einer Sackkarre sogar die Gefahr!“

 

Einen interessanten Hinweis, weshalb unsere „Leergut-Situation“ so schwer in den Griff zu bekommen ist, liefert uns Mc Donalds. Die Burgerkette hat in Ihren Restaurants Stationen integriert, wo der Gast sein Tablett nach dem Essen zurückbringen kann und soll. Die Tabletts mit Essensresten und Verpackungsmaterial werden in diese „Rückgabewagen“ geschoben. Für die Getränkebecher sind darauf Löcher eingefräst. Der Gast, so ist es vorgesehen, soll dort also trennen. „Das macht kein Schwein! Und der Mc Donalds Mitarbeiter fragt sich ständig, warum die Menschen eigentlich so blöd sind und es nicht schaffen die verdammten Becher in die dafür vorgesehenen Löcher zu stecken! Ne, einfach umgekippt, auf dem Tablett in den Wagen schieben, damit der halbvolle Erdbeershake in die komplette Station läuft!“

 

Zum Schluss zeigt mir Stephan noch ein Foto (siehe unten), welches einen Teil seines Leergut-Einstellungstest für angehende Barmitarbeiter darstellt! . „Ansich sollte man mit jedem Bar-Anwärter folgenden, vorbereitenden Leerguttest machen. Ich schwör da fallen welche durch“

 

Eine Lösung haben wir bei Kölsch und „Brausetabletten-Fruchtsaft“ leider mal wieder nicht gefunden, aber es war erneut ein nettes Gespräch mit guten Ansätzen!

Puzzle
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